Die Trendverzögerung ist der zeitliche Abstand, mit dem ein Trendgewicht einer echten Veränderung deines Gewichts hinterherläuft. Bei den üblichen Glättungsverfahren beträgt sie rund eine Woche.
Sie ist kein Fehler, sondern die direkte Folge der Glättung. Ein Durchschnitt vergangener Tage beschreibt eher die Mitte dieses Zeitraums als das Ende. Solange du abnimmst, liegt der Trend deshalb über der heutigen Anzeige, weil noch schwerere Tage darin stecken. Nimmst du zu, liegt er darunter.
Ruhe gegen Tempo
Jedes Verfahren tauscht Ruhe gegen Reaktionsschnelligkeit. Stärkere Glättung ergibt eine ruhigere Linie, die später reagiert. Schwächere Glättung zeigt Veränderungen früher, aber auch mehr Ausschläge. Beides zugleich gibt es nicht.
Beispiel: Dein Gewicht lag vier Wochen bei 80,0 kg, dann sinken die Messwerte auf 79,0 kg. Nach sieben Tagen zeigt die exponentielle Glättung, der Standard in Lean is law, 79,5 kg, das 7-Tage-Mittel schon 79,0 kg. Bei einem gleichmäßigen Verlust von 0,1 kg pro Tag liegt der echte Wert nach vier Wochen bei 77,2 kg, die exponentielle Glättung bei 78,05 kg. Das sind Rechenbeispiele.
Was du daraus machst
Gib jeder Umstellung mindestens zwei Wochen, bevor du sie bewertest. Eine Ernährungsänderung ist frühestens nach zehn bis vierzehn Tagen fair beurteilbar. Für Bulk und Cut, wo du Veränderungen über Wochen bewertest, ist die Verzögerung kein Problem. Sie wird erst eines, wenn du nach wenigen Tagen nachjustierst oder Wochen mit unterschiedlichen Verfahren vergleichst.