Eine Gewichtsschwankung ist die Veränderung deines Körpergewichts von einem Tag zum nächsten, die nichts mit Fett oder Muskeln zu tun hat. Als Faustregel gelten etwa ein bis zwei Kilo Tagesschwankung, bei größeren Körpern eher mehr, bei kleineren eher weniger.
Woher die Schwankung kommt
Fast immer ist es Wasser. Kohlenhydrate werden als Glykogen in Muskeln und Leber gespeichert, und jedes Gramm Glykogen bindet etwa drei Gramm Wasser. Salz bindet ebenfalls Wasser, eine salzige Mahlzeit am Abend zeigt sich oft am nächsten Morgen. Dazu kommt der Inhalt deines Verdauungstrakts, der so lange mitwiegt, bis er ausgeschieden ist. Auch hartes Training, Stress, schlechter Schlaf und bei Frauen der Zyklus verschieben den Wasserhaushalt.
Beispiel: Die Waage zeigt über Nacht 1,5 kg mehr. Mit der Näherung von rund 7.700 kcal pro Kilogramm (Hall 2008) wären das über 11.000 kcal Überschuss an einem Tag. Das passiert nicht, die Erklärung ist Wasser. Das ist ein Rechenbeispiel.
Was das für dich bedeutet
Die Schwankung ist oft größer als die echte Veränderung pro Woche. Ein Lean Bulk mit wenigen hundert Gramm pro Woche geht darin komplett unter. Wer nur einmal pro Woche wiegt, kann zufällig einen Hoch-Tag mit einem Tief-Tag vergleichen und eine Woche mit Verlust für eine Woche mit Zunahme halten.
Deshalb wiegst du dich besser täglich unter gleichen Bedingungen und bewertest nicht den einzelnen Wert, sondern das Trendgewicht. Mehr Messungen bedeuten mehr Rauschen, das sich gegenseitig aufhebt. Die nützliche Frage lautet nicht, warum du heute mehr wiegst als gestern, sondern wo dein Trend diese Woche im Vergleich zur letzten liegt.